Das Prüfverfahren zur BITV 1.0


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Prüfschritt 14.1.1
Einfache Wörter

Diese Version des Prüfschritts ist nicht mehr gültig!

Technische Angaben

Version bis 30.03.2005 | bis 16.10.2009 | bis 22.9.2011
BITV-Bedingung 14.1
Bewertungsalternativen ja / eher erfüllt / eher nicht erfüllt / nein / nicht anwendbar
Gewichtung geringes Gewicht (1 Punkt)
Abwertung keine Abwertung möglich
Bezieht sich auf gesamten Webauftritt
Prüfschritt erfüllt Übergreifende Bestandteile des Webangebots verwenden einfache, gebräuchliche Wörter.
Prüfschritt nicht anwendbar Das Webangebot ist nicht informationsorientiert.

Was wird geprüft?

Die übergreifenden Bestandteile der Website verwenden gebräuchliche Wörter.

Warum wird das geprüft?

Webangebote sollen auch unerfahrenen Nutzern keine unnötigen Hindernisse in den Weg legen. Fremdwörter oder Fachwörter können solche Hindernisse sein. Ihre Verwendung kann möglichen Nutzer des Webangebots ausschließen.

Wie wird geprüft?

1. Anwendbarkeit des Prüfschritts

Der Prüfschritt ist nur für informationsorientierte Webangebote anwendbar. Webangebote, auf die der Prüfschritt nicht anwendbar ist:

  • Werbung (sofern Produktinformation nebensächlich ist)
  • Kunst, Selbstdarstellung
  • Unterhaltung

Bei Webangeboten von Unternehmen ist oft nicht deutlich, ob die Information oder die Selbstdarstellung im Vordergrund steht. Der Prüfschritt ist dann im Zweifel anwendbar.

2. Verfahren

  • Werden in übergreifenden Bereichen des Webangebots (Menüsystem, Fußzeile, Servicelinks) Fremdwörter oder Fachbegriffe verwendet?
  • Falls ja: gibt es für diese Begriffe einfachere, auch unerfahrenen Nutzern vertraute Alternativen?
  • Wenn der Prüfschritt als nicht oder teilweise erfüllt bewertet wird, sollen im Kommentarfeld die als nicht einfach eingeschätzten Wörter angegeben werden.

3. Hinweise

  • Die Wahl von Wörtern für Links und Bedienelemente ist Abwägungssache. Wörter, die für Web-Anfänger einfacher wären sind vielleicht irritierend für Besucher, die mit dem Web schon besser bekannt sind. Dem entsprechend soll dieser Prüfschritt nur in eindeutigen Fällen als nicht oder teilweise erfüllt bewertet werden.
  • Menüoptionen sollen für den Inhalt ihres Bereichs stehen. Oft sind Fachwörter, Fremdwörter oder Abkürzungen am besten geeignet. Die Wortwahl kann nur dann negativ bewertet werden, wenn eine alternative Bezeichnung bekannt ist.
  • Das Title-Attribut kann zum Beispiel für ergänzende Bezeichnungen von Menüoptionen verwendet werden. Das macht Sinn, wenn zwei für unterschiedliche Zielgruppen geeignete Bezeichungen in Frage kommen.
  • Eine Liste mit Einschätzungen einiger häufig verwendeter Wörter steht unter http://www.bitvtest.de/wortliste.html zur Verfügung. Die Verwendung von Wörtern, die in der Liste als "vielleicht" ersetzbar bezeichnet werden, soll nicht negativ bewertet werden. Gegebenenfalls kommentieren!

Einordnung des Prüfschritts

Formulierung BITV:

Für jegliche Inhalte ist die klarste und einfachste Sprache zu verwenden, die angemessen ist.

http://www.bik-online.info/info/gesetze/bitv/anlage_1.php#14-1

Deutsche Übersetzung der WCAG:

Verwenden Sie für den Inhalt einer Site die klarste und einfachste Sprache, die angemessen ist.

http://www.w3c.de/Trans/WAI/webinhalt.html#tech-simple-and-straightforward

Grenzen des BITV-Tests

Dieser Prüfschritt erfasst nur einen kleinen Teil des Themenbereichs einfache Sprache. Eine umfassende Prüfung der einfachen Sprache setzt voraus, daß klar ist, welche Teile des Webangebots sich an welche Zielgruppen wenden. Dem Webangebot selbst ist das oft nicht zu entnehmen.

Quellen

Bobby zur einfachen Sprache

Bobby Rationale:

Using clear and simple language promotes effective communication. Access to written information can be difficult to impossible for people who have cognitive disabilities, learning disabilities, or who are deaf or hard of hearing. This consideration also applies to the many people whose first language differs from that of the web page.

http://bobby.watchfire.com/bobby/html/en/gls/g216.html

Wortschatz unterschiedlicher Gruppen

Mindestens 2000 Wörter einer Sprache muss ein Leser allerdings schon kennen, um einen Alltagstext zu etwa 90 Prozent zu verstehen. (...) Kinder verstehen im Alter von sechs Jahren bereits über 23.000 Wörter. (...) Erwachsene verstehen aus dem deutschen Wortfluss im Durchschnitt ungefähr 94.000 Wörter. Der passive Wortschatz ist also mehr als fünfmal so groß wie der aktive. Aber auch der deckt lediglich die Hälfte unseres Sprachbestandes ab, dem über 200.000 Ausdrücke zugerechnet werden.

http://schulen.eduhi.at/spzfreistadt/297.htm

Ein normaler deutscher Text besteht zu 95 Prozent aus den 4.000 haeufigsten Woertern. "Der Rest wird kaum gebraucht." Schon mit den 2.000 haeufigsten Woertern sind 90 Prozent eines normalen Textes zu verstehen. Die meistgenutzten Begriffe des deutschen Wortschatzes seien "die", "und", "in", "zu" und "den". Substantive machen die Haelfte des Wortschatzes aus, Verben und Adjektive sowie Adverbien jeweils ein Viertel. "Die anderen Wortarten fallen kaum ins Gewicht", sagt Walther. An dieser Tatsache hat sich seit Jahrzehnten so gut wie nichts geaendert.

http://www.goethe.de/ms/bud/sfort/hud_arch/hud_2599.htm

Denn von Geburt an gehörlose Kinder erreichen bei intensivsten Bemühungen einen passiven Ablesewortschatz von 500 und einen aktiven, verständlichen Sprechwortschatz von 150 bis 250 Wörtern. Im Vergleich dazu: Der passive Wortschatz von hörenden Schulanfängern liegt bei 20 000 Wörtern.

(Das große Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm umfasst 500.000 Worteinträge.) Hier werden Obergrenzen erreicht: Der zentrale heute gebräuchliche Wortschatz wird auf 60.000 bis 75.000 Wörter geschätzt - womit der passive Wortschatz gemeint ist.

Der aktive Wortschatz eines "Gebildeten" wird mit ca. 10.000, aber auch mit 20.000 bis 50.000 Wörtern angegeben. Dieses Segment ist auch am schwersten zu bestimmen. Der Grundwortschatz, der noch eine einigermaßen sinnvolle Kommunikation erlaubt, soll bei ca. 1.000 Wörtern liegen.

http://www.gfds.de/beratung_archiv.html

Passiver Wortschatz Definition: http://de.wikipedia.org/wiki/Wortschatz

Wording - Welche Begriffe kennt der Besucher?

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